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Ackerbau

Der Pflanzenbau ist die Grundlage unseres Lebens.
Die Pflanzen sind Nahrung für uns und unsere Nutztiere. 
Pflanzen wachsen durch die Sonne und brauchen Boden, Wasser und Nährstoffe.

In Deutschland gibt es: 11,8 Mio. Hektar Ackerland und 5,5 Mio. Hektar Grünland 

Interessante Seiten: 
 www.stmelf.bayern.de
www.verbraucherministerium.de

www.lwk-hannover.de

www.situationsbericht.de

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Getreidepreise allgemein

Die aktuellen Getreidepreise entnehmen Sie bitte der Internet-Seite der LWK: 
http://www.lwk-hannover.de
Rubrik Markt aktuell

 Getreide allgemein

Getreide umfasst Kulturpflanzen, die fast überall in der Welt wegen ihrer stärkemehlhaltigen Samen für die menschliche wie tierische Ernährung angebaut werden.
Es gibt sieben Getreidearten: Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Mais, Reis und Hirse. 
Der Kornkörper besteht aus der Frucht- und Samenschale, dem Keimling und dem Mehlkörper. Er enthält viel Eiweiß (Kleber) und Stärkekörner. Schon in vorgeschichtlichen Siedlungen findet man Getreide an den Herdstellen. Auch auf Tongefäßen der Frühzeit finden sich Darstellungen von Ähren, ebenso ist aus den Funden von Mahlsteinen auf die Verwendung von Getreide zu schließen. Wahrscheinlich ist der Getreideanbau in Vorderasien entwickelt worden, über Kleinasien, die Donauländer oder die Iberische Halbinsel und Frankreich nach Mitteleuropa gekommen. Funde sprechen dafür, dass zunächst Brotweizen und Gerste, aber auch Hafer angebaut wurden. Roggen ist erst später, insbesondere wegen einer Klimaverschlechterung, in Mitteleuropa bedeutsam geworden. Auch der Getreidehandel ist schon alt. Hirse und Mais sind erst später nach Europa gekommen.
Neben den Körnern werden auch die Halme als Stroh - früher vor allen Dingen als Einstreu bei Viehhaltung - verwendet, heute vor allem zur Bodenverbesserung.
Getreide wird in Deutschland fast ausschließlich mit dem Mähdrescher geerntet, die ausgedroschenen Körner kommen zunächst in den Korntank, werden dann lose auf Wagen abgefüllt und gegebenenfalls getrocknet und eingelagert. Das Stroh wird entweder zu Ballen gepresst und abtransportiert oder auch gleich fein zerhächselt aufs Feld gestreut, um es in den Ackerboden einzubringen.
Die Ernteerträge bei Getreide wurden in den letzten Jahrzehnten erheblich gesteigert. Neue Sorten, bessere Bodenbearbeitung, gezielte Düngung sind die Ursache dafür. 

Von den 11,8 Mio. Hektar Ackerland in Deutschland werden 58 % mit Getreide angebaut. Diese 6,9 Mio. Hektar Getreide setzen sich zusammen aus:
3,0 Mio. Hektar Weizen
2,1 Mio. Hektar Gerste
0,5 Mio. Hektar Roggen
0,5 Mio. Hektar Mais
0,8 Mio. Hektar anderes Getreide

Das entspricht einer Menge von 39,5 Mio. t Getreide im Jahr 2003.

Gerste

Gerste ist das wichtigste Futtermittel für unsere Schweine. Gerste wird auch zum Brauen von Bier verwendet. Man unterscheidet Wintergerste und Sommergerste, zweizeilige und vierzeilige Gerste. In Deutschland wurden 2002: 10.974.000.000 kg Gerste gedroschen.

Weizen

Weizen wird in Deutschland hauptsächlich als Wintergetreide angebaut und als Futter- und Brotweizen verwendet. Winterweizen ist die wichtigste Getreideart und das wichtigste Brotgetreide in Deutschland. Dank seines hohen Klebergehalts (Eiweiß) ist Weizen ideal zum Backen geeignet. Das Klebereiweiß sorgt dafür, dass der Backteig aufgeht und nicht wieder zusammenfällt. Helles Weizenmehl enthält nur den Mehlkörper, dunkles Weizenmehl enthält dagegen auch Anteile des ganzen Korns und ist daher wertvoller für die Ernährung. In Süddeutschland wächst auch Hartweizen, der speziell für die Nudelherstellung (u. a. Spaghetti) verwendet wird. Rund ein Viertel der Ackerfläche in Deutschland wird mit Weizensorten bestellt. Der Selbstversorgungsgrad beträgt 125 %.

Winterroggen

Roggen ist kälteresistenter als Weizen und gedeiht auch auf sandigen Böden. Eine Besonderheit bei Roggen ist, dass er fremd befruchtet werden muss, um Körner ausbilden zu können, d.h. er benötigt den Blütenstaub anderer Pflanzen. Roggen enthält im Gegensatz zu Weizen kein Klebereiweiß, sondern eine verkleisterungsfähige Stärke. Daher kann aus Roggen kein lockerer Teig für Brötchen oder Kuchen herstellt werden. Aus diesem Grund wird Roggen in Deutschland für Schwarzbrot gebraucht, wandert aber auch vermehrt in den Schweinetrog.
Der Ertrag liegt bei ca. 6.200 kg/ha.

Mais

Mais wird in unserer Region hauptsächlich als Silomais angebaut. Dabei wird die ganze Pflanze gehächselt und für Milchvieh und Bullenmast siliert. Man kann auch nur den Maiskolben häckseln und silieren (CCM = corn cob mix), was sich gut als Schweinefutter eignet. Letztlich kann man Mais, wie andere Getreide auch, ausreifen lassen und mit dem Mähdrescher ernten (Körnermais). Der Körnermais wird in Mischfuttern für Schweine und vor allem Geflügel verarbeitet.

Der Ertrag liegt bei ca. 45.000 kg Silomais je Hektar und bei ca. 8.000 kg Körnermais je Hektar.

Triticale

Triticale ist eine Kreuzung aus Roggen und Weizen und kombiniert somit die guten Leistungs- und Qualitätseigenschaften des Weizens mit der Anspruchslosigkeit und der Krankheitsresistenz des Roggens. Triticale eignet sich für schwächere Böden, auf denen Weizen nicht mehr gedeihen würde. Nach der Ernte wandert die Triticale in den Futtertrog.

Sommergetreide

Sommergetreide, oft auch als Sommerung bezeichnet, kann ohne einen Kältereiz schossen (Streckung der Halme nach der Bestockung) und somit im Frühjahr gesät werden. Allerdings ist das Sommergetreide in unseren Bedingungen relativ früh Langtagbedingungen (Belichtungsdauer, die zum Blühen bestimmter Pflanzen nötig ist) ausgesetzt, wodurch die vegetative Entwicklung (Wachstumsvorgänge der Pflanze bis zur Ausbildung der Blüte) stark verkürzt wird. Daher sind die Erträge auch geringer als bei Wintergetreide. An Sommergetreide wird überwiegend Hafer und Braugerste (Sommergerste) angebaut. Bei Hafer wachsen die Körner nicht wie bei Weizen oder Gerste dicht an dicht in einer Ähre, sondern locker an kleinen Stielchen in einer Rispe. Da Hafer traditionell als Pferdefutter dient, hängt die Anbaufläche stark von der Anzahl der Pferde ab. In der menschlichen Ernährung wird Hafer in Form von Flocken oder Mehl genutzt und wegen seines hohen Vitamin B1-Gehalts geschätzt.

Ölfrürchte allgemein

Öl kann man aus Raps, Lein und Sonnenblumen gewinnen, für Oliven ist es bei uns zu kalt. Raps, in dieser Region vor allem der Winterraps, ist mit Abstand die bedeutendste Ölfrucht in Deutschland.

Speiseraps

Aus den kleinen schwarzen Körnern des Raps lässt sich ein hochwertiges Öl pressen. Seit es die Doppel-Null Sorten gibt, was frei von bestimmten Fettsäuren (Erucasäure) bedeutet, ist Rapsöl auch Speiseöl

Biodiesel

Bärbel Höhn (Landwirtschaftsministerin NRW, Die Grünen):
"Ich habe eine Vision: Die Bauern werden die Ölscheichs des 21. Jahrhunderts!"
Rapsöl-Methyl-Ester (RME), auch Biodiesel genannt, wird in speziellen Anlagen aus Rapsöl gewonnen. Es lässt sich als Kraftstoff in modernen, hierfür freigegebenen Dieselmotoren problemlos einsetzen. Biodiesel ist auch mit Dieselkraftstoff in jedem beliebigen Verhältnis mischbar. Biodiesel hat in breit angelegten Versuchsreihen mit Autos, Bussen, Schiffen, Schleppern und Lokomotiven seine Praxistauglichkeit erwiesen.

Sonnenblumen

Die sehen zwar hübsch aus, aber trotz EU-Beihilfen lohnt sich bei uns der Anbau kaum  - zu wenig Sonne!

Kartoffeln

Neben den Speisekartoffeln und Spezialitätenkartoffeln für Kartoffelchips wird die Kartoffel auch zur Stärkegewinnung und zum Alkoholbrennen angebaut.

Speisekartoffeln

Speisekartoffeln werden durch keine Marktordnung gestützt und die Preise für den Landwirt schwanken sehr stark. Die Speisekartoffel wurde von dem "alten Fritz" in Deutschland eingeführt und ist der Schlüssel für das Ende des Hungers in Deutschland.
Die Kartoffelsaison beginnt in Deutschland Ende Mai, Anfang Juni. Dann sind die ersten Speisefrühkartoffeln so weit ausgereift, dass sie geerntet werden können. Es folgen die Sommerkartoffeln im August. Der allergrößte Teil der Speisekartoffeln wird allerdings in der Herbsternte September/Oktober eingebracht. Damit ist dann auch das Angebot im Handel bis zur nächsten Ernte gesichert.
Winterkartoffeln: Erst das Winterlager bringt den Geschmack
Viele Herbstsorten benötigen die Ruhe des Winterlagers, um ihren vollen Geschmack und beste Konsistenz zu entwickeln. Die Stärke und die Geschmacksstoffe dieser Sorten verbinden sich dann in einer Art und Weise, dass die Sorten ihren jeweils typischen Charakter entwickeln. Namen wie Linda, Selma oder andere zählen zu den Angeboten im Lebensmittelhandel, die über den Winter hinweg aus diesem Grund besonders beliebt sind. Gerade in den Monaten von November bis Februar/März ist die Auswahl an Kocheigenschaften und Sorten so groß, dass jeder Geschmack die richtige und jede Zubereitungsvariante die geeignete Sorte findet. Festkochende, vorwiegend festkochende und mehligkochende Speisekartoffeln bieten dem Verbraucher in dieser Zeit die richtige Plattform für riesige Kartoffelvergnügen. 

Auch heute gehört die Kartoffel zu jeder ordentlichen niedersächsischen Mahlzeit.

Stärkekartoffeln

Haben in unserer Region keine Bedeutung. Aus besonders stärkehaltigen Kartoffelsorten wird in Stärkefabriken wie Wietzendorf oder Lüchow Stärke für vielfältige Zwecke gewonnen. Die Stärkekartoffeln werden im Vertrag mit den Fabriken angebaut und unterliegen einer Stärkemarktordnung.

Chipskartoffeln

Haben in unserer Region keine Bedeutung. Besondere Könner unter den Kartoffelbauern bauen Spezialitäten an. Die Kartoffeln, die für die Chips- und Pommesherstellung gebraucht werden, müssen ganz besondere Qualitätsanforderungen erfüllen. 

Zuckerrüben

Homepage: www.dnz.de


Die Zuckerrübe nutzt die Energie des Sonnenlichts und wandelt Kohlendioxyd und Wasser in Zucker und den lebenswichtigen Sauerstoff um. 

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Jede Rübe liefert 120 Gramm Zucker. Der jährliche Pro-Kopf Verbrauch liegt bei 35 kg. Dies entspricht dem Zuckerertrag von 35 m² Ackerfläche. Auf einem Rübenfeld entstehen neben dem Zucker auf einem Hektar (100 x 100 Meter) 15 Mio. Liter Sauerstoff. Hiervon können 60 Menschen ein Jahr lang atmen.

Die Landwirte, die Zuckerrüben anbauen, müssen Aktien bei Zuckerfabriken erwerben, um in festen Verträgen Zuckerrüben liefern zu dürfen. Der Zuckerweltmarkt ist stark unter Druck und heimischen Zucker gibt es nur so lange, wie es auch eine Europäische Zuckermarktordnung gibt. Die Zuckerrübe könnte sonst nicht mit dem billigeren Zuckerrohr konkurrieren. Die Zuckerrübe braucht guten Boden und ist daher hauptsächlich in der Wesermarsch und auf lehmigen Böden vertreten.

Gemüse

In unserer Region Gemüse nur von wenigen spezialisierten Betrieben angebaut.

Spargel

In Deutschland werden auf ca. 14.000 ha Spargel angebaut. In Niedersachsen gibt es ca. 4.000 ha, unserer Region nur sehr wenig Spargel angebaut.

Stilllegung

Durch die EU wird die heimische Landwirtschaft gezwungen, einen Teil der Ackerflächen still zu legen. Die Landwirte erhalten dafür eine Entschädigung.. Auf ca. 7,5% unserer Ackerfläche wird somit zwangsweise nichts Gescheites angebaut.

Erdbeeren

Erdbeeren aus der Region sind sooo lecker, besonders mit frischer Sahne und Zucker!

Nachwachsende Rohstoffe

Im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe sind Industrie- und Energiepflanzen zu unterscheiden. 

Aus den Industriepflanzen entstehen zur Zeit: 
Öle und Fette: Raps, Sonnenblumen, Lein, Senf, Rübsen, usw..
Stärke: Mais, Kartoffeln, Weizen, Markerbsen
Zucker: Zuckerrübe, Topinambur, Zichorie, Zuckerhirse
Heil- und Gewürzpflanzen: Fenchel, Melisse, Pfefferminze usw..
Fasern: Flachs, Hanf (50 ha in Nienburg)
Farbstoffe: Waid, Saflor, Wau, Krapp 

Aus den Energiepflanzen entstehen zur Zeit:
Ethanol: Kartoffeln, Zuckerrübe, Weizen, Mais uvam.
Wärme/Strom: Schnellwachsendes Holz, Mais, Getreide, Miscanthus, Ölpflanzen
Kraftstoff: Raps

Rapsöl-Methyl-Ester (RME), auch Biodiesel genannt, wird in speziellen Anlagen aus Rapsöl gewonnen. Es lässt sich als Kraftstoff in modernen hierfür freigegebenen Dieselmotoren problemlos einsetzen. Biodiesel ist auch mit Dieselkraftstoff in jedem beliebigen Verhältnis mischbar. Biodiesel hat in breit angelegten Versuchsreihen mit Autos, Bussen, Schiffen, Schleppern und Lokomotiven seine Praxistauglichkeit erwiesen.

Anbaufläche in Deutschland 2004: 600.000 Hektar
Tankstellen in Deutschland 2002: 1.700 Biodiesel-Tankstellen
Jahresumsatz in Deutschland 2004: 850.000 - 900.000 Tonnen

 

 

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