Landvolktag 2019 – ein voller Erfolg

22.03.19 Knapp 250 Gäste sind zum Landvolktag nach Landolfshausen gekommen. Zunächst begrüßte der Vorsitzende Hubert Kellner neben den Mitgliedern zahlreiche Gäste und Freunde des Landvolkverbandes in der DGA Landolfshausen:

Friedrich Selter, Superintendent im Kirchenkreis Göttingen fand im geistlichen Wort passende Gedanken für uns Landwirte.

Christel Wemheuer, erste Kreisrätin Landkreis Göttingen stellte fest, dass der Landvolktag eine feste Größe im Landkreis sei und den Landkreis viele gemeinsame Themen mit dem Landvolk verbindet. Ein fairer Umgang, mitunter auch kontrovers, sei gut für die Themen und Ergebnisse. Bei der Unterstützung Weidetierhaltung arbeite man gut zusammen und bei der FFH Unterschutzstellung habe man nun einen guten Umgang gefunden. 

Arne Behre, Bürgermeister Samtgemeinde Radolfshausen betonte den Zusammenhalt im ländlichen Raum, der nur im Einklang von Politik und Landwirtschaft funktionieren könne. Ein täglich voller Kühlschrank mit regionale Produkten sei das Ergebnis unserer Landwirte.

 

Michaela Diedrich, Vorsitzende Kreisverband der Landfrauenvereine Duderstadt berichtete aus der Landfrauenarbeit in Duderstadt und lud ein zum Frauenfrühstück nach Krebeck und zur geplanten Fahrt nach Berlin im Sommer. Es steht ein Stabswechsel an: nach 16 Jahren als Vorsitzende wird zukünftig eine neue Landfrau in Duderstadt an der Spitze stehen.

Anna-Marie Bürger, Junglandwirte Südniedersachsen stellte fest, dass die praktische Landwirtschaft leider immer weniger Stellenwert habe, viele gehen nach der Ausbildung in vor- und nachgelagerten Bereiche. Der Beruf Landwirt bietet aber so viele tolle Aspekte: Familie, gemeinsame Ziele usw. Viele Betriebe stünden vielfach unter erheblichen wirtschaftlichen wie auch gesellschaftlichen Druck: Wohin soll das Wachsen oder Weichen noch führen? Das macht auch Angst! Trotzdem stellte sie klar: Wir Bauernkinder sind nachhaltig und haben den tollsten Beruf der Erde!

Hubert Kellner ging in seiner Ansprache auf viele Themen ein: „Mit Wetter kommen wir zurecht, mit der Politik wird es immer schwieriger“, so Kellner. „Die beiden dramatischen Wetterjahre 2017 und 2018 sitzen uns noch im Nacken. Die Blühstreifenaktion soll helfen, den Dialog zwischen Landwirten und der Gesellschaft noch weiter zu intensivieren. „Wir machen Göttingen bunter“ – Das Landvolk arbeitet intensiv am Bild der Landwirtschaft, wir müssen mehr erklären, so Kellner. Mitunter seltsame Befragungsergebnisse verwundern ihn: Die Akzeptanz von Strohschweinen hört auf, wenn am Ende auch Mist überbleibt. Weiterhin wundert er sich über die erhebliche Diskrepanz zwischen Befragungsergebnisse und Käuferverhalten. Ist Bereitschaft zum Kauf von regional, glücklich, bio wirklich in großer Breite vorhanden?
Novellierung der DVO – die alte ist von 2017, können wir noch Qualitätsgetreide produzieren? Ist es egal, wenn wir das zukünftig auf dem Weltmarkt kaufen? Auch ein weiterer Vergleich wird hängen bleiben: Die vielen Regel erinnern Kellner an einen Staat, den es gar nicht mehr gibt – wollen wir diese Regelungsflut wirklich? Haben wir das alles vergessen?
Vieles sei besser geworden, Gesundheitsvorsorge, Ernährung, Zugang zu Wasser und Bildung, eine tolle Leistung, Die Welt entwickelt sich zum Besseren! Der Großvater würde sagen: Ihr lebt im Garten Eden, bleibt weiterhin der Wissenschaft treu!
Kellner endete mit einem Wunsch: Geben Sie das bitte weiter: Landwirtschaft macht einen guten Job!

Gerald Dohme, Mitglied der Geschäftsführung des DBV, referierte im Hauptvortrag über die Arbeit des Bauernverbandes: “Bauernvertretung in Berlin und Brüssel- Was macht der DBV?“
Den Einstieg in Thema fand er mit folgenden Worten: „Ändere Dich, bevor es andere für Dich tun“. Unter diesem Motto berichtete er über den Verbandsaufbau, die vielfältigen Aktivitäten, die Arbeit im politischen Berlin und den Umgang der Verbände untereinander. Er stellte fest, dass Ökonomische Interesse und Ökologie keine Widersprüche sind.
Er bedauerte, dass Franz Projekt als gutes Beispiel für gute Kooperation des DBV mit NABU leider keine Beachtung findet. Der umfassende Wettbewerb der 5.000 – 6.000 Lobbyisten in Berlin mache eine professionelles Arbeit notwendig. Da nur noch sehr wenige Abgeordnete einen ldw. Hintergrund haben, wird das immer schwieriger.

Leider konnten bei dem guten Wetter nicht alle Absolventen vor Ort sein. Glückwünsche zur bestandenen Berufsausbildung und die besten Wünsche für die Zukunft gab es vom Kreislandwirt Hubert Kellner:

vlnr: Hubert Kellner, Desingerode, Nick Rudolph, Krebeck, Lorenz Herwig, Nikolausberg, Felix Geistlich, Bremke, Lukas Ningel, Reyershausen, Christian Koch, Bilshausen, Gerad Dohme, DBV

Eckhard Sarewski wurde für 40 Jahre beim Klostergut Hilwartshausen geehrt

Markus Gerhardy, stellv. Vorsitzender fasste im Schlusswort den Landvolktag nochmals zusammen, bedankte sich bei allen Teilnehmern für die Zeit, bei den vielen Helfern für die Unterstützung und lud ein zur einer kräftigen Suppe und einem weiteren Gedankenaustausch.

 

 

 

Presse

Vielen Dank an die VR Bank in Südniedersachsen für die Unterstützung